Großzügige Schriftgrößen, klare Groteskschriften, ausreichende Zeilenabstände und starke Hell-Dunkel-Kontraste erleichtern das Lesen auch bei nachlassender Sehkraft. Vermeiden Sie Versalienfluten und Schnörkel. Ein dunkler Text auf hellem Grund wirkt ruhig. Achten Sie auf matte Oberflächen, damit Reflexe nicht stören, und platzieren Sie Hinweise in Augenhöhe, statt zu hoch oder zu niedrig.
Piktogramme helfen, wenn Worte zu klein, fremd oder überladen wirken. Reduzierte, vertraute Formen funktionieren am besten, etwa WC, Ausgang, Aufzug und Information. Nutzen Sie gleichbleibende Größen und Einfassungen, damit das Auge Muster erkennt. Kombinieren Sie Symbole stets mit Klartext, denn doppelte Kodierung erhöht Sicherheit und reduziert Missverständnisse in lebhaften Situationen.
Wegweisende Entscheidungen sollten dort stattfinden, wo wirklich abgebogen werden muss, nicht fünf Meter vorher. Breite Durchgänge, freie Sichtachsen und möglichst wenige konkurrierende Signale unterstützen sichere Schritte. Vermeiden Sie visuelles Rauschen, etwa bunte Plakate direkt neben Richtungszeichen. So entsteht ein ruhiger Rhythmus: sehen, verstehen, gehen – ohne Hast, ohne Umwege.
Markierte Stufen, kontrastierte Handlaufenden und deutlich abgesetzte Türrahmen helfen bei unsicheren Lichtverhältnissen. Farbfelder sollten nicht flimmern oder verwirren, sondern ruhig führen. Vermeiden Sie Muster, die Stufen optisch verschwinden lassen. Eine kontrastierende Sockelleiste kann schon reichen, damit Wände und Türen besser lesbar werden, besonders bei Müdigkeit oder wechselnden Tageslichteinflüssen.
Entfernungen bestimmen die Größe. Was aus drei Metern gelesen werden soll, verdient mehr als formale Mindestmaße. Testen Sie vor Ort, nicht nur am Bildschirm. Probelesen mit verschiedenen Brillen zeigt, ob Ziffern und Buchstaben verwechselt werden. Großzügige Weißräume um Texte lassen die Augen ruhen und erhöhen die Lesegeschwindigkeit spürbar, ohne die Gestaltung zu überladen.
Rippen leiten, Noppen warnen: Taktile Leitsysteme zeigen Richtungen und Entscheidungspunkte, auch bei gedämpftem Licht. Sie wirken nur, wenn sie durchgängig, rutschfest und kontrastreich sind. Achten Sie auf angenehme Übergänge zu angrenzenden Belägen. Eine kleine Testfläche mit Seniorinnen und Senioren klärt, welche Struktur im Alltag wirklich gelesen und als angenehm empfunden wird.
Durchgehende Handläufe geben Sicherheit in Fluren, Rampen und Treppenhäusern. Abgerundete Enden, angenehmer Durchmesser und kontrastierende Wände erleichtern das Greifen. Integrierte Richtungsangaben, etwa taktil geprägte Etagenzahlen, unterstützen Entscheidungen ohne Suchstress. Ein Handlauf, der nicht endet, bevor die Stufe endet, vermittelt Vertrauen und reduziert zögerliche, instabile Bewegungen erheblich.